Klein, selten und fast übersehen: Parmawallabys neu im Bergzoo
Klein, selten und fast übersehen: Parmawallabys neu im Bergzoo
Sie gehören zu den kleinsten Vertretern der Kängurus – und haben eine erstaunliche Geschichte: Parmawallabys werden nur etwa 45 bis 55 Zentimeter groß und wiegen gerade einmal 3 bis 6 Kilogramm. Ihr rötlich- bis graubraunes Fell, die weiße Kehle und der weiße Wangenstreifen machen sie unverwechselbar.

Lange Zeit schien es, als wäre diese kleine australische Känguruart ausgestorben. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts hielten man die immer seltener gewordenen Parmawallabys schon für ausgestorben. Die Überraschung war daher groß, als 1965 auf Kawau Island in Neuseeland eine überlebende Population entdeckt wurde, die dort Jahrzehnte zuvor eingeschleppt wurde. Zwei Jahre später gelang schließlich auch der Nachweis, dass die Art in ihrer ursprünglichen Heimat Ost-Australien noch vorkam – in den nur schwer zugänglichen Wäldern im Bergland der Great Dividing Range. Die Wiederentdeckung gab auch der Haltung und Zucht in Zoos neuen Auftrieb. Heute wird die Zucht des Parmawallabys im Rahmen eines EAZA (European Assocciation of Zoos and Aquaria) Ex-situ Programms (EEP) koordiniert. Ziel dieses Programms ist es, eine gesunde und langfristig stabile Population der in der Natur nach wie vor gefährdeten Parmawallabys in den europäischen Zoos zu erhalten.

Parmawallabys in der Wombatanlage
Der Bergzoo beteiligt sich nun ebenfalls an dieser gemeinsamen Erhaltungszucht. Dafür wird hier eine Männerreserve aufgebaut: Insgesamt vier männliche Parmawallabys sind aus dem Parc de Branféré in der Bretagne, Frankreich nach Halle auf den Reilsberg gezogen. Die vier „Jungs“ sind zwischen fünf und zwölf Jahre alt und werden jeweils paarweise auf zwei Anlagen im Bergzoo vergesellschaftet. Solche reinen Männergruppen sind ein wichtiger Bestandteil moderner Zuchtprogramme. Nicht jedes Tier kann oder soll gleichzeitig zur Zucht eingesetzt werden. Durch die Haltung von Männchen als Reserve können genetisch wertvolle Tiere innerhalb des gemeinsamen Programms erhalten und bei Bedarf gezielt mit passenden Weibchen anderer Zoos zusammengeführt werden. So lässt sich die Zucht über viele Einrichtungen hinweg koordinieren, ohne dass jeder Zoo selbst eine vollständige Zuchtgruppe halten muss.
Die Parmawallabies sind ab sofort jeweils auf der Wombatanlage beziehungsweise in der Voliere der Schwalbensittiche zu sehen. Damit bekommt eine bemerkenswerte kleine Känguruart nicht nur ein neues Zuhause im Bergzoo – der Zoo leistet zugleich einen weiteren Beitrag zur gemeinsamen Erhaltungszuchtnetzwerk der EAZA.
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